Lohnsteuertabelle


Eine Lohnsteuertabelle enthält alle Informationen, um zu erkennen, wie hoch die Abzüge bei einem Lohn in einer bestimmten Höhe sind. Abzulesen sind dabei die zu zahlende Lohnsteuer und die Höhe der Beiträge für den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer.



 

Lohnsteuertabelle - Welche Tabellen gibt es?

Dabei gibt es zwei unterschiedliche Tabellen, zum einen die sogenannte Allgemeine Tabelle und zum anderen die sogenannte Besondere Tabelle. Die Allgemeine Lohnsteuertabelle gilt für alle Arbeitnehmer, die im normalen Bereich rentenversicherungspflichtig sind. Arbeitnehmer, die nicht der Rentenversicherungspflicht unterliegen, können hingegen die für sie fälligen Lohnsteuern und Abgaben aus der Besonderen Tabelle ersehen. Nicht rentenversicherungspflichtig sind zum Beispiel Beamte oder die Geschäftsführer von Gesellschaften.

 

Lohnsteuertabelle - Die 6 Lohnsteuerklassen

Da die Steuergesetzgebung in Deutschland sehr umfangreich ist und um den jeweils individuellen Steuerfällen wie zum Beispiel dem der Alleinverdiener, der Doppelverdiener oder dem von Alleinerziehenden mit einem oder mehreren Kindern gerecht zu werden, gibt es insgesamt sechs verschiedene Lohnsteuerklassen. In diesen verschiedenen Lohnsteuerklassen werden beispielsweise unterschiedliche Pauschalen und Freibeträge für die verschiedenen Verdienst- und Lebensgegebenheiten der Steuerzahler angesetzt. Festgeschrieben und differenziert sind diese sechs Lohnsteuerklassen im Einkommenssteuergesetz (EStG).

 

Für Steuerzahler mit Kindern kommen die Steuerklassen 1 bis 4 in Betracht, bei diesen werden jeweils entsprechende Kinderfreibeträge gewährt. Da Eltern natürlicherweise auch Kindergeld beziehen, durch den der Freibetrag schon annähernd aufgebraucht wird, liegt der eigentliche und spürbare Nutzen für steuerzahlende Eltern in den geminderten Beiträgen für den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Bei der Berechnung der fälligen Lohnsteuerbeträge in der Lohnsteuertabelle kommt der ebenfalls im Einkommenssteuergesetz festgeschriebene Einkommenstarif zum tragen. Demnach werden bei der Berechnung erst alle, auf die jeweilige Lohnsteuerklasse bezogenen Pauschalen und Freibeträgen abgezogen. Erst dieser Betrag bildet die Grundlage für die Berechnung der Lohnsteuer.

 

Lohnsteuertabelle - Einkommensteuer

Die Einkommensteuer wurde bis einschließlich 2003 nach dem sogenannten Stufentarif berechnet. Die Stufen, die als Berechnungsgrundlage dienten, hatten eine Spanne von 36 Euro. Die anfallende Einkommenssteuer war somit für alle Steuerzahler, deren Einkommen in einer bestimmten Stufe lag, gleich hoch. Welche Einkommenssteuer nun für welche Stufe anfiel, war in den amtlichen Einkommensteuertabellen festgehalten. Geändert wurde dieses Verfahren im Jahre 2004, als dieser Stufentarif durch den noch heute gültigen stufenlosen Formeltarif ersetzt wurde. Im Zuge dieser Änderung wird fortan eine vollkommen individuelle Steuerberechnung für jedes auf einen vollen Eurobetrag abgerundete Einkommen vorgenommen.

 

Lohnsteuertabelle - Steuerberechnung

Mit der Änderung der Steuerberechnung und dem damit verbundenen Wegfall des Stufentarifes sind auch sowohl die bis dahin gültigen amtlichen Einkommensteuertabellen, wie auch die auf einem Stufentarif basierende Lohnsteuertabelle weggefallen. Dennoch ist es auch weiterhin möglich, eine Lohnsteuertabelle im Einzelfall dazu zu nutzen, die anfallende Lohnsteuer abzulesen. Die Regelung hat der Gesetzgeber zugelassen, damit vor allem kleinere Betriebe weiterhin die Lohnsteuerberechnung auf diese Weise vornehmen können. Gerade bei Unternehmen, die eine maschinelle Lohnsteuerberechnung vornehmen, ist der Bedarf an einer Nutzung von Lohnsteuertabellen groß. Seit der Änderung der Berechnungsart im Jahre 2004 sind die Lohnsteuertabellen grundsätzlich aber nur noch zu verstehen und einzusetzen als eine Ergänzung zur maschinellen Lohnsteuerberechnung nach dem stufenlosen Formeltarif.



 

Lohnsteuertabelle - Ermittlung der Lohnsteuer

Seit der Änderung hat nun das Finanzministerium dafür zu sorgen, dass außer dem Programmablaufplan für die maschinelle Lohnsteuerermittlung auch ein solcher Programmablaufplan für die Erstellung der Lohnsteuertabellen veröffentlicht wird. Damit bleiben Lohnsteuertabellen also weiterhin amtlich und es ist damit weiterhin möglich, auch die neue manuelle Lohnsteuerberechnung nach den einheitlichen Lohnsteuertabellen durchzuführen. Allerdings hat der Steuerzahler bei einer Berechnung nach der Lohnsteuertabelle im Gegensatz zu der individuellen, stufenlosen Berechnung fast immer einen Nachteil zu tragen.

 

Das ist darin begründet, dass bei der Erstellung der Lohnsteuertabellen nun die Jahreslohnsteuer jeweils aus dem höchsten Wert eines 36 Euro-Tabellenschrittes ermittelt wird. Je weiter nun der Lohn von diesem Wert abweicht, desto höher wird auch der Unterschied zwischen einer Einzelwertberechnung und dem entsprechenden Tabellenwert. Bei der höchsten Steuerbelastung von etwa 48 Prozent mit Solidaritätszuschlag und einer 9-prozentigen Kirchensteuer kann der Steuerzahler zum Beispiel mit moderaten steuerlichen Mehrausgaben belastet werden, wenn die Lohnsteuertabelle statt der individuellen Berechnung Anwendung gefunden hat.

 

Die Lohnsteuer wird auf Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit erhoben. Für die Höhe der anfallenden Lohnsteuer ist die auf der Lohnsteuerkarte eingetragene Lohnsteuerklasse. Die Lohnsteuer wird direkt vom Arbeitgeber beispielsweise mittels einer Lohnsteuertabelle errechnet, einbehalten und direkt an das Finanzamt abgeführt. Bei der jährlichen Veranlagung im Rahmen der Einkommenserklärung wird die bereits gezahlte Lohnsteuer angerechnet und gegebenenfalls verrechnet. Dann können auch ansetzbare Ausgaben wie z.B. Versicherungen berücksichtigt werden. Dabei sind häufig sehr hohe Beitragsunterschiede festzustellen, besonders bei den Versicherungsthemen Berufsunfähigkeitsversicherung, Krankenversicherung und Rentenversicherung. Kritiker klagen vor allem über den hohen Anteil der Lohnsteuer am Arbeitslohn, der die Arbeit in Deutschland unverhältnismäßig teuer mache und so eine höhere Arbeitslosigkeit zur Folge habe.

 

Nachfolgend sehen Sie die Klassifizierung der Lohnsteuerklassen

 

Lohnsteuertabelle - Lohnsteuerklasse 1 - Steuerklasse I

Die Lohnsteuertabelle orientiert sich an den sechs Lohnsteuerklassen und berücksichtigt die jeweiligen Freibeträge und Abzüge. Die Steuerklasse I gilt für ledige Arbeitnehmer oder solche, die mit einem im Ausland lebenden Partner verheiratet sind. Außerdem für dauernd getrennt - oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebenden Arbeitnehmer. Schließlich auch für solche, die verwitwet oder geschieden sind. Eingetragen wird gegebenenfalls noch die entsprechende Anzahl der Kinderfreibeträge.

 

Lohnsteuertabelle - Lohnsteuerklasse 2 - Steuerklasse II

Die Steuerklasse II hingegen betrifft Arbeitnehmer, bei denen die gleichen Bedingungen wie für die Steuerklasse I vorliegen und die zusätzlich alleinerziehend sind. Auch für Verwitwete mit mindestens einem Kind gilt die Steuerklasse 2.

 

Lohnsteuertabelle - Lohnsteuerklasse 3 - Steuerklasse III

Für Verheiratete und nicht dauernd getrennt Lebende Arbeitnehmer gilt die Steuerklasse III, wenn der Ehegatte des Arbeitnehmers nicht berufstätig ist oder als ebenfalls Berufstätiger die Steuerklasse V gewählt hat.

Auch ist die Lohnsteuerklasse III einzutragen für Verwitwete, wenn sie und ihr verstorbener Ehegatte zum Zeitpunkt seines Todes unbeschränkt einkommensteuerpflichtig waren und in diesem Zeitpunkt nicht dauernd getrennt gelebt haben. Auch wenn der Ehepartner selbstständig ist, gilt die Klasse III. Verheiratete Arbeitnehmer erhalten die Steuerklasse IV, wenn beide Ehegatten einkommensteuerpflichtig beschäftigt sind und nicht dauernd getrennt leben. Wenn allerdings einer der Ehepartner die Steuerklasse V innehat, erhält der andere automatisch die Klasse III.

 

Lohnsteuertabelle - Lohnsteuerklasse 4 - Steuerklasse IV

Bei verheirateten Ehegatten, die beide berufstätig und einkommensteuerpflichtig sind, gilt im Normalfall für beide die Steuerklasse IV. Wenn sich beide aber einig sind, kann für einen der Partner die günstigere Steuerklasse III beantragt werden. Der andere Partner erhält dann die Steuerklasse V. Die Lohnsteuerklasse VI wird nur dann eingetragen, wenn ein Arbeitnehmer eine Lohnsteuerkarte für ein weiteres Arbeitsverhältnis braucht. Alle Lohnsteuerklassen haben unterschiedliche Freibeträge, die bei der Berechnung der Lohnsteuertabelle berücksichtigt werden.

 

Lohnsteuertabelle - Lohnsteuerklasse 5 - Steuerklasse V

Die Steuerklasse V wird verwendet, wenn die Ehepartner anstatt der Kombination IV / IV die Kombination III / V wählen. Dies bietet sich an, wenn die Ehepartner unterschiedlich hohe Einkommen haben, so dass der besserverdienende Partner in die Steuerklasse III eingetragen wird und der schlechterverdienende Partner in die Steuerklasse V.

 

Lohnsteuertabelle - Lohnsteuerklasse 6 - Steuerklasse VI

Die Steuerklasse VI wird dann verwendet, wenn ein Arbeitnehmer eine Lohnsteuerkarte für ein zweites oder weiteres Dienstverhältnis benötigt.Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Lohnsteuer nach Steuerklasse VI einzubehalten, wenn der Arbeitnehmer keine Lohnsteuerkarte vorlegt. Die Lohnsteuerklasse VI verursacht in der Regel die höchste Steuerbelastung.